Der aktuelle Rechts- und Steuertipp*

Stand: 12. Dezember 2019 |  * ohne Gewähr


Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

 

Ein Geschenk ist steuerlich gesehen nur dann ein Geschenk, wenn es aus betrieblichen Gründen gemacht wird und keine Gegenleistung damit verbunden ist. Ein Geschenk ist also eine unentgeltliche Zuwendung an den Empfänger (R 4.10 Abs. 4 EStR).

 

Kundengeschenke und Geschenke für Geschäftspartner sind unter der Voraussetzung, dass sie jeweils pro Person und Jahr nur höchstens 35 Euro inklusive der nicht abziehbaren Umsatzsteuer gekostet haben, steuermindernde Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG). Die 35 Euro sind eine Freigrenze. Das bedeutet, dass jeder Cent mehr dazu führt, dass der gesamte Betriebsausgabenabzug gestrichen wird.

 

Der Beschenkte muss das Geschenk versteuern. Es ist aber auch möglich (und gängige Praxis), dass der schenkende Unternehmer die Steuer für den Beschenkten übernimmt. Das geht laut § 37b EStG auch pauschal mit einem Steuersatz von 30 Prozent (plus gegebenenfalls noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Auch die übernommene Pauschalsteuer ist Betriebsausgabe.

 

Konsequenzen aus diesem Szenario für Sie:

Entgegen der Ansicht des Bundesfinanzhofs (Az.: IV R 13/14) zählt die übernommene Steuer nach Ansicht der Finanzverwaltung nicht mit bei der 35 Euro-Grenze. Es kommt also lediglich auf den reinen Wert des Geschenkes an. Ob die 35 Euro-Grenze netto oder brutto gilt, hängt davon ab, ob das schenkende Unternehmen vorsteuerabzugsberechtigt ist oder nicht. Umsatzsteuerliche Kleinunternehmer, die nicht zur Regelbesteuerung optiert haben, müssen also die Umsatzsteuer mit in den Geschenkewert einrechnen.

Auf Geschenke an Geschäftspartner, deren Anschaffungswert nicht über der Freigrenze von 10 Euro („Streugeschenke“) liegt, sind steuerfrei.

 

Geschenke im B2B-Geschäft können auch dann Betriebsausgaben sein, wenn sie teurer sind als 35 Euro. Voraussetzung: Der Beschenkte kann das Geschenk ausschließlich für seine betrieblichen oder beruflichen Tätigkeiten nutzen. Dann greift das Abzugsverbot nicht (R 4.10 Abs. 2 Satz 4 EStR).