Der aktuelle Rechts- und Steuertipp*

Stand: 14. September 2019 |  * ohne Gewähr


Private Arbeitnehmer-Handy-Nummer ist für Arbeitgeber tabu

 

Die private Handy-Nummern eines Arbeitnehmers ist für den Arbeitgeber in aller Regel tabu. Das heißt: Er darf auch nicht verlangen, dass ihm seine Arbeitnehmer die private Handy-Nummer mitteilen. Er darf sie auch nicht abmahnen, wenn sie sich weigern, ihm die private Handy-Nummer mitzuteilen (Landesarbeitsgericht Thüringen vom 16.5.2018;   Az.: 6 Sa 442/17 und 6 Sa 444/17).

 

Natürlich aber müssen Mitarbeiter in Notfällen für den Arbeitgeber erreichbar sein. Aber das muss anders bewerkstelligt werden wie über das private Handy des Arbeitnehmers, beispielsweise über ein Dienst-Handy oder einen ‚Piepser‘ oder ... 

 

Aber auch Mitarbeiter, die keinen Bereitschaftsdienst haben, aber in Notfällen dennoch unverzichtbar sind, z.B. der EDV-Administrator oder ein IT-ler oder ein Abteilungsleiter oder der Pressesprecher, sollten in Notfällen erreichbar sein.

Konsequenzen aus diesem Szenario für Sie:

Arbeitgeber sollten in Fällen, in denen der Mitarbeiter auch außerhalb eines Bereitschaftsdienst erreichbar sein muss, eine verbindliche Vereinbarung mit dem Mitarbeiter treffen, ihn nur in bestimmen Notfällen anzurufen. Diese Notfälle sollten klar abgesprochen und umrissen sein. 

Die Notfallnummer sollte nur einem kleinen, genau definierten Personenkreis, der entscheidungsbefugt ist, bekannt gegeben werden.