Der aktuelle Rechts- und Steuertipp*

Stand: 21. August 2022 |  * ohne Gewähr


Gendersternchen: Unschön, aber nicht diskriminierend

Stellensuchende dürfen in Stellenanzeigen nicht diskrimiert werden, also auch nicht aktiv oder passiv von der Bewerbung ausgeschlossen werden. Üblich ist deshalb die Abkürzung „m/w/d“ vor oder hinter der Stellenbezeichnung die Hilfe gegen unterstellte Diskriminierung wegen des Geschlechts eines Bewerbers. Modern ist es zwischenzeitlich geworden, „Bewerber*innen“ zu schreiben. Gerne auch mal „Bewerber_innen“, Bewerber_Innen“ oder „Bewerber:innen. Beim Sprechen des Öfteren auch mit einer kleinen Pause vor dem ‚innen‘ betont.

Wegen dieser  ‚Neu-Schreib-Sprech‘ fühlte sich eine intergeschlechtliche Person diskriminiert, weil"‚nur" das Gendersternchen verwendet wurde.

Im konkreten Fall war in der Stellenausschreibung wie folgt formuliert worden: „Schwerbehinderte Bewerber*innen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt“. In der Wahl des Gendersternchens hatte eine intergeschlechtlich geborene schwerbehinderte Person eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gesehen. Das erstinstanzliche Arbeitsgericht folgte der Argumentation noch und hatte dem Kläger eine Entschädigung in Höhe von 2.000 € zugesprochen. Die betreffenden Person aber wollte mindestens den doppelten Betrag - erfolglos. Sie bekommt jetzt gar keine Entschädigung, weil das Gendersternchen auch Menschen mit nicht binärer Geschlechteridentität nicht  diskriminiert (LAG Schleswig-Holstein vom 22.6.2021; Az.: 3 Sa 37 öD/21). Das Gendersternchen (wahlweise auch der -unterstrich, der -doppelpunkt oder das -binnen-I) dienten gerade einer geschlechtersensiblen und diskriminierungsfreien Sprache. Ziel sei die sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter und nicht nur von Männern und Frauen. Ob diese Schreibweisen den deutschen Rechtschreibregeln entsprächen oder nicht, sei unerheblich.

 Konsequenzen aus diesem Szenario für Sie:

Bleiben Sie bei Ihren Stellenanzeigen einfach bei dem (notwendigen) Zusatz „(m/w/d)“. Damit verdeutlichen Sie auf jeden Fall Ihre Absicht, die Stelle geschlechterneutralen auszuschreiben und können nicht wegen angeblicher Diskriminierung zur Kasse gebeten werden.